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Radikal

Als Radikale werden Atome oder Moleküle bezeichnet, die mindestens ein unpaares Elektron besitzen und dadurch leicht chemische Reaktionen mit anderen Molekülen eingehen. Eines der bekanntesten Radikale ist Wasserstoffperoxid.

Durch ihre Reaktionsfreudigkeit stellen freie Radikale im Organismus ein Risiko für ungewollte und ungesteuerte Veränderungen an Biomolekülen dar.

Im Organismus entstehen Radikale bereits im Zuge des normalen Stoffwechsels (sogenannter oxidativer Stress). Darauf ist der Körper eingestellt. Um freie Radikale unschädlich zu machen, besitzt der Körper Radikalenfänger, das sind spezielle Enzyme.

Radikale können auch durch Hitze, UV-Strahlung, chemische Prozesse und durch ionisierende Strahlung entstehen. Entstehen Radikale bspzw. im Zuge der Wasserradiolyse durch ionisierende Strahlung, dann sind sie über die radiochemische Phase eingebunden in die Wirkkaskade ionisierender Strahlung und sind insofern Grundlage der indirekten Strahlenwirkung.

radiochemische Phase

Zur radiochemischen Phase kommt es bei der indirekten Strahlenwirkung. Es kommt zur Bildung von Radikalen, die die Wirkung der ionisierenden Strahlung weiter vermitteln, indem die Radikale chemisch mit Biomolekülen reagieren und diese ggf. oxidieren o.ä.

Die radiochemische Phase dauert etwa 10^-6 Sekunden (siehe auch indirekte Strahlenwirkung).

Radiojodtherapie

Die Radiojodtherapie wird bei bestimmten Schilddrüsenerkrankungen (bspw. bei Autonomie und bestimmten Schilddrüsenkrebstypen) als Therapie eingesetzt.

Bei der Radiojodtherapie wird dem Patienten radioaktives Jod, das Jod-Isotop 131 verabreicht. Bedingt durch den Stoffwechsel reichert sich das Jod in Schilddrüsenzellen an (auch in Jod-aufnehmenden Metastasen eines Schilddrüsenkarzinoms). Als radioaktive Substanz zerfällt das radioaktive Jod und setzt dabei Betastrahlung frei. Diese wirkt ausschließlich in der unmittelbaren Umgebung und zerstört so die Zellen, die das Jod aufgenommen haben.

Die Halbwertszeit des Jod 131 liegt bei 8 Tagen.

Unwirksam ist die Radiojodtherapie, wenn die Schilddrüsenzellen zuvor mit Jod abgesättigt wurden. Daher darf bereits Wochen vor der Radiojodtherapie (wie auch vor der Schilddrüsenszintigraphie) kein jodhaltiges Kontrastmittel verabreicht werden.

Radiologie-Informationssystem

siehe Radiologieinformationssystem

Radiologieinformationssystem

Das Radiologieinformationssystem (RIS) ist ein zentrales Managementsystem in der Radiologie, das in der Regel den Patientenfluss von der Aufnahme bis zur Abrechnung regelt und dokumentiert. Insofern ist es auch für die Archivierung der Befunde zuständig. Je nach System werden zudem die Dosiswerte gespeichert. Das RIS muss die gesetzlichen Anforderungen des Patientenrechtegesetzes (§ 630 ff. BGB) und des Strahlenschutzrechtes an die Dokumentation von Patientendaten erfüllen.

Radiotherapie

Radiotherapie ist ein anderer Begriff für die Strahlentherapie. In der Strahlentherapie werden ionisierende Strahlen – erzeugt durch Anlagen oder bspw. in Seeds als geschlossene Radionuklide – eingesetzt, um Tumorzellen abzutöten oder – bei der Röntgenreizbestrahlung – um entzündliche Reaktionen in Gelenken zu bekämpfen.

Radon

Radon ist als radioaktives Edelgas, das aus dem Boden ausgast. Seine Menge ist von der Untergrundbeschaffenheit und der Menge der darin enthaltenen geogenen Radionuklide bzw. dem darin enthaltenen Uran abhängig. Uran 238 zerfällt in der Uran-Radium-Reihe – der natürlichen Zerfallsreihe des Uranisotops – in Radium 226 und dann in Radon 222. Radon 222 ist das stabilste Radonisotop und zerfällt unter Aussendung von Alphateilchen mit einer Halbwertszeit von 3.823 Tagen seinerseits zu Polonium 218. Radon wird inhaliert und ist für die Entstehung von Lungenkrebs mitverantwortlich.

Die mittlere effektive Dosis der Bevölkerung in Deutschland durch Radon liebt bei etwa 1,1 mSv.

Rauschen

Als Rauschen wird in der Physik allgemein das Stören eines Signals durch ein breites und unspezifisches Frequenzspektrum verstanden. Beim Bild ergibt sich das “Rauschen” durch informationsfreie Photonen und insofern durch ein informationsfreies Signal, das zur Verschlechterung des Bildes führt, indem sich das Rauschen über das eigentliche Messsignal legt.

Je größer das Störsignal (Rauschen) im Verhältnis zum Messsignal (eigentliches Bild), um so schlechter und undeutlicher ist das resultierende Bild. In diesem Zusammenhang wird vom Signal-Rausch-Verhältnis gesprochen.

Das Rauschen ist (bedenke das Rauschen bei einem Lautsprcher) von Natur aus gegeben und nicht vollständig zu eliminieren. Allerdings kann bspw. die Abschirmung bei elektronischen Bauteilen mit dazu beitragen, das Rauschen zu reduzieren.

rechtfertigende Indikation

Die rechtfertigende Indikation ist ein rechtlich definierter Begriff aus dem Strahlenschutz, die ihren Ursprung in der EURATOM-Richtlinie 96/26 und seither einen festen Platz im Strahlenschutzrecht hat.

Es ist die … “Entscheidung eines Arztes oder Zahnarztes mit der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz, dass und in welcher Weise Röntgenstrahlung am Menschen in der Heilkunde oder Zahnheilkunde angewendet wird.”

Die rechtfertigende Indikation ist also zwingende Voraussetzung für die rechtmäßige Anwendung ionisierender Strahlen am Menschen und darf nur vom fachkundigen und somit entsprechend qualifiziertem Arzt oder Zahnarzt gestellt werden. Die rechtfertigende Indikation erfordert die Feststellung, dass der gesundheitliche Nutzen der Anwendung am Menschen gegenüber dem Strahlenrisiko überwiegt.

Rechtfertigung

Die Rechtfertigung gehört zu den 3 Strahlenschutzgrundsätzen.

Die Rechtfertigung ist seit der EURATOM-Richtlinie 96/23 zum Rechtsbegriff geworden.

Immer dann, wenn eine Person jenseits der natürlichen Strahlung und jenseits des allgemeinen Staatgebietes (also in einem Strahlenschutzbereich) ionisierender Strahlung ausgesetzt werden soll, ist eine Rechtfertiging, also die Feststellung des Erfordernisses Voraussetzung. Insofern ist auch bei beruflich strahlenexponierten Personen und Begleitpersonen keine Exposition ohne Rechtfertigung erlaubt – auch wenn diese bei beruflich strahlenexponiertem Personal nicht jedesmal dokumentiert werden muss.

Im deutschen Strahlenschutzrecht wird im Zusammenhang mit der medizinischen Anwendung an Patient:innen der Begriff der rechtfertigenden Indikation verwendet.

Nur wer über eine Fachkunde verfügt, darf die Anwendung ionisiernde Strahlung am Menschen rechtfertigen.

Siehe auch: Strahlenschutzgrundsätze und Fachkunde