Eine besondere Art ist die amtliche Personendosimetrie. Dabei handelt es sich um die Umsetzung der gesetzlich geforderten, behördlich authorisierten und damit „offiziellen“ Messung der beruflich bedingten Strahlenexposition von Personen.
Die amtliche Personendosimetrie an beruflich strahlenexponierten Personen muss von einer amtlich zugelassenen Personendosismessstelle durchgeführt werden. Zur Messung dürfen nur Dosimeter verwendet werden, die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt zugelassen sind.
Die von der Personendosismessstelle ausgegebenen Dosimeter sind an einem repräsentativen Ort am Körper zu tragen und in der Regel monatlich zu wechseln und auszuwerten.
Werden vom Anwender (unabhängig von der amtlichen Personendosimetrie) Personendosen bspw. zur Überprüfung der Expositionen an bestimmten Arbeitsplätzen bestimmt, können auch andere, als amtlich zugelassene Dosimeter eingesetzt werden – bspw. das elektronische Personendendosimeter.
Konkret im Alltag gemessen gehören die Orts- und die Personendosen zu den Meßgrößen
Die Ortsdosimetrie hat die Aufgabe, an einem definierten Ort die Dosis zu messen. Sie kommt bspw. im Rahmen der Sachverständigenprüfung zur Anwendung und ist die Grundlage für die Gefährdungsklassifizierung von Räumen. Damit ist sie zugleich Grundlage für die Zuordnung zum Überwachungs- oder Kontrollbereich.
Die Personendosimetrie ist im Vergleich zur Ortsdosimetrie eine mobile Messung an einer definierten Person und soll deren Exposition erfassen. Damit dient sie dazu, die Einhaltung der Grenzwerte zu überwachen, womit die Brücke zu den Schutzgrößen hergestellt ist.
/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.png00Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:16:572025-07-24 13:48:34Orts- und Personendosimetrie
Je nach Strahlung und Messbedingungen kommen unterschiedliche Messmethoden zum Einsatz.
Eine der ältesten Methoden zur Messung ionisierender Strahlung ist das Zählen der durch die Strahlung verursachten Ionisationen in der Ionisationskammer. Bei neueren Detektoren wird die Strahlung durch Halbleiter in elektrische Potenziale gewandelt. In der Personendosimetrie wird entweder die Belichtung eines Films oder die Lumineszenz von Kristallen gemessen.
Die so erfasste Energie wird als Energiedosis bezeichnet, in Joule pro Kilogramm gemessen und in der Einheit des Gray (Gy) angegeben.
Zur Erfassung offener radioaktiver Stoffe können auch die Zerfälle gezählt werden. Die Zerfälle pro Sekunde werden in der Einheit des Bequerel (Bq) angegeben.
Unterschiedliche Dosisbegriffe bringen unterschiedliche Dinge zum Ausdruck. Man sollte sie kennen.
Für die Dosimetrie, wie sie im Umfeld der Medizin angewendet wird, ist es erforderlich, trotz der unterschiedlichen Aufgaben die sich ergeben, Einheitlichkeit in der Betrachtung herzustellen.
Tatsächlich besteht mit den Schutz- und Meßgrößen eine Systematik, die ein Gesamtwerk bildet. So wird man bei der Ortsdosimetrie auf die gleichen Größen kommen, wie bei gleichen Rahmenbedingungen mit der Personendosimetrie gemessen werden und diese wiederum stehen im Einklang mit den gesetzlichen Grenzwerten.
/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.png00Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:14:592025-07-24 13:37:26Einleitung in die Systematik der Dosimetrie
Um die potenziellen biologischen Auswirkungen von Strahlung abschätzen zu können, kann die effektive Dosis mit Risikokoeffizienten multipliziert werden.
Mit den Äquivalentdosen wird die Energiedosis normiert und so das strahlenbiologische Risiko einer Exposition mit Hilfe von Wichtungs- bzw. Qualitätsfaktoren vergleichbar gemacht.
Bei den Äquivalentdosen in Sievert (Sv) handelt es sich also um einen Risikobegriff.
Um das Risiko einer Äquivalentdosis, konkret der effektiven Dosis, in unsere Lebenswirklichkeit zu übertragen und das Strahlenrisiko somit vergleichen zu können, können Risikokoeffizienten genutzt werden – bspw. der Krebsmortalitätskoeffizient von 5% pro Sievert und der Krebserkrankungskoeffizient von 8 % pro Sievert.
/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.png00Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:14:082025-07-24 13:32:41Dosisbegriffe zur biologischen Wirksamkeit
Aufgrund des Umgangs mit Radionukliden bieten sich für die Nuklearmedizin Halbwertszeit und Bequerel an – zusätzlich sind aber auch die Konversionsfaktoren enorm wichtig.
Die Einheit des Becquerel, abgekürzt Bq ist ein Aktivitätsbegriff. Er steht für die mit dem Geigerzähler zählbaren Zerfälle pro Sekunde. Sie sind von zwei Faktoren abhängig: Von der Halbwertszeit und der Menge eines Stoffs. Je kürzer die Halbwertszeit, also der Zerfall des Stoffs auf die Hälfte, und um so mehr von dem Stoff vorliegt, um so mehr Zerfälle werden messbar sein. Nun unterscheiden sich die verschiedenen Strahler aber nicht nur dadurch, dass sie eine unterschiedliche Halbwertszeit haben, sondern auch dadurch, dass die Stoffe eine unterschiedliche Strahlenart aussenden, dass sie eine unterschiedliche Strahlungsenergie aufweisen, vom Körper unterschiedlich aufgenommen, verarbeitet und ausgeschieden werden und den Körper unterschiedlich stark schädigen können.
Zur Abschätzung der biologischen Wirksamkeit werden daher Dosiskonversionsfaktoren herangezogen.
/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.png00Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:13:062025-07-24 13:29:35Die Dosis in der Nuklearmedizin
Bei der Einfalldosis handelt es sich um die Energiedosis, die in der Luft unmittelbar vor dem Strahleneintritt in den Patienten gemessen werden kann. Es handelt sich hierbei quasi um die Energie, die pro Flächeneinheit ankommt. Die Dosisangaben erfolgen in Mikro- oder Milligray.
Das Dosisflächenprodukt (DFP) ist ein Maß für die applizierte Gesamtdosis. Dazu wird die Einfalldosis mit der Fläche, die exponiert wird, multipliziert. Die Einheit ist bspw. Gy x cm2 oder cGy x m2.
/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.png00Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:12:032025-07-24 13:27:01Die Dosisbegriffe im Röntgen
Die Dosimetrie in der Medizin muss dazu führen, die potenzielle biologische Wirkung der Strahlung abschätzen und in die Risiko-Nutzen-Abwägung einbringen zu können.
Der Begriff des Äquivalents steht dafür, dass bei den Äquivalentdosen auch bei unterschiedlichen Strahlungsarten eine Vergleichbarkeit der biologischen Wirkung gegeben ist. Um dies zu erreichen wird die Energiedosis D (gemessen in Gray, J/kg) mit dem Strahlenwichtungsfaktor multipliziert und die Dosis somit strahlenartunabhängig normiert.
Zwar ist der Strahlenwichtungsfaktor dimensionslos, also frei von einer Einheit, um aber keine Verwechslung mit der Energiedosis in Gray (Gy) aufkommen zu lassen, werden die Äquivalentdosen in Sievert (Sv) angegeben.
/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.png00Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:11:062025-07-24 13:24:46Das Konzept der Äquivalentdosen
Grenzwert für die Augenlinse bei beruflich strahlenexponiertem Personal 20 mSv/J
Bereits 2013 wurde auf EU-Ebene ein neuer Grenzwert für die Augenlinse festgelegt. In Deutschland gilt der Grenzwert von 20 mSv/J mit Übernahme in das Strahlenschutzgesetz.
§ 78 des Strahlenschutzgesetzes („Gesetz zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung“) legt einen neuen Grenzwert für die Augenlinse beruflich strahlenexponierter Personen fest – vorgegeben durch die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom. Betrug der Grenzwert früher 150 mSv, so liegt er nun bei 20 mSv/Jahr. Bedeutsam ist der neue Grenzwert vor allem an interventionellen radiologischen Arbeitsplätzen und ggf. bei durchleuchtungsgestützten Operationen. Ein amtliches Personendosimeter steht für die Überwachung des Grenzwertes nicht zur Verfügung, doch lässt sich die Dosis durch den Einsatz von Detektoren der Fingerringdosimeter, die bspw. an einem Kopfband befestigt werden können, verlässlich abschätzen. So lässt sich etwaiger Handlungsbedarf gut detektieren. Um die Einhaltung des Grenzwertes sicherzustellen, kommt neben dem Einsatz stationärer Bleiglasscheiben auch das Tragen von Strahlenschutzbrillen in Betracht. Zusammen mit allen übrigenMaßnahmen zur Dosisreduktion, dürfte die Einhaltung des Grenzwertes der Augenlinse gut gelingen.
https://beta.strahlenschutzportal.ch/wp-content/uploads/2024/08/b158264f3c19663184416f7ac8073fc418c369aa-augenlinse.jpeg554848Lennart/wp-content/uploads/2024/07/Bildschirmfoto-2024-07-04-um-17.17.18.pngLennart2024-08-12 20:09:102024-08-14 21:02:56Besserer Schutz der Augenlinse
Unter Äquivalentdosis werden Messgrößen für ionisierende Strahlen verstanden, die strahlenart-normiert sind. Äquivalentdosen gleicher Größe sollen also – unabhängig von der verwendeten Strahlenart – die gleiche biologische Wirksamkeit haben.
Es gibt zwei Gruppen von Äquivalentdosen: Die Schutzgrößen und die Mess- oder operativen Größen. Zu den Schutzgrößen gehören die Körperdosen (Organdosis und effektive Dosis), zu den Messgrößen gehören die Orts- und Personendosen.
Personendosimetrie
Unter Personendosimetrie versteht mann das messen der Strahlenexposition von Personen.
Eine besondere Art ist die amtliche Personendosimetrie. Dabei handelt es sich um die Umsetzung der gesetzlich geforderten, behördlich authorisierten und damit „offiziellen“ Messung der beruflich bedingten Strahlenexposition von Personen.
Die amtliche Personendosimetrie an beruflich strahlenexponierten Personen muss von einer amtlich zugelassenen Personendosismessstelle durchgeführt werden. Zur Messung dürfen nur Dosimeter verwendet werden, die von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt zugelassen sind.
Die von der Personendosismessstelle ausgegebenen Dosimeter sind an einem repräsentativen Ort am Körper zu tragen und in der Regel monatlich zu wechseln und auszuwerten.
Mit der amtlichen Personendosimetrie wird kontrolliert, ob die zulässigen Höchstwerte beruflicher Strahlenexpositionen (die Grenzwerte) eingehalten werden.
Werden vom Anwender (unabhängig von der amtlichen Personendosimetrie) Personendosen bspw. zur Überprüfung der Expositionen an bestimmten Arbeitsplätzen bestimmt, können auch andere, als amtlich zugelassene Dosimeter eingesetzt werden – bspw. das elektronische Personendendosimeter.
Orts- und Personendosimetrie
Konkret im Alltag gemessen gehören die Orts- und die Personendosen zu den Meßgrößen
Die Ortsdosimetrie hat die Aufgabe, an einem definierten Ort die Dosis zu messen. Sie kommt bspw. im Rahmen der Sachverständigenprüfung zur Anwendung und ist die Grundlage für die Gefährdungsklassifizierung von Räumen. Damit ist sie zugleich Grundlage für die Zuordnung zum Überwachungs- oder Kontrollbereich.
Die Personendosimetrie ist im Vergleich zur Ortsdosimetrie eine mobile Messung an einer definierten Person und soll deren Exposition erfassen. Damit dient sie dazu, die Einhaltung der Grenzwerte zu überwachen, womit die Brücke zu den Schutzgrößen hergestellt ist.
Messverfahren
Je nach Strahlung und Messbedingungen kommen unterschiedliche Messmethoden zum Einsatz.
Eine der ältesten Methoden zur Messung ionisierender Strahlung ist das Zählen der durch die Strahlung verursachten Ionisationen in der Ionisationskammer. Bei neueren Detektoren wird die Strahlung durch Halbleiter in elektrische Potenziale gewandelt. In der Personendosimetrie wird entweder die Belichtung eines Films oder die Lumineszenz von Kristallen gemessen.
Die so erfasste Energie wird als Energiedosis bezeichnet, in Joule pro Kilogramm gemessen und in der Einheit des Gray (Gy) angegeben.
Zur Erfassung offener radioaktiver Stoffe können auch die Zerfälle gezählt werden. Die Zerfälle pro Sekunde werden in der Einheit des Bequerel (Bq) angegeben.
Einleitung in die Systematik der Dosimetrie
Unterschiedliche Dosisbegriffe bringen unterschiedliche Dinge zum Ausdruck. Man sollte sie kennen.
Für die Dosimetrie, wie sie im Umfeld der Medizin angewendet wird, ist es erforderlich, trotz der unterschiedlichen Aufgaben die sich ergeben, Einheitlichkeit in der Betrachtung herzustellen.
Tatsächlich besteht mit den Schutz- und Meßgrößen eine Systematik, die ein Gesamtwerk bildet. So wird man bei der Ortsdosimetrie auf die gleichen Größen kommen, wie bei gleichen Rahmenbedingungen mit der Personendosimetrie gemessen werden und diese wiederum stehen im Einklang mit den gesetzlichen Grenzwerten.
Dosisbegriffe zur biologischen Wirksamkeit
Um die potenziellen biologischen Auswirkungen von Strahlung abschätzen zu können, kann die effektive Dosis mit Risikokoeffizienten multipliziert werden.
Mit den Äquivalentdosen wird die Energiedosis normiert und so das strahlenbiologische Risiko einer Exposition mit Hilfe von Wichtungs- bzw. Qualitätsfaktoren vergleichbar gemacht.
Bei den Äquivalentdosen in Sievert (Sv) handelt es sich also um einen Risikobegriff.
Um das Risiko einer Äquivalentdosis, konkret der effektiven Dosis, in unsere Lebenswirklichkeit zu übertragen und das Strahlenrisiko somit vergleichen zu können, können Risikokoeffizienten genutzt werden – bspw. der Krebsmortalitätskoeffizient von 5% pro Sievert und der Krebserkrankungskoeffizient von 8 % pro Sievert.
Die Dosis in der Nuklearmedizin
Aufgrund des Umgangs mit Radionukliden bieten sich für die Nuklearmedizin Halbwertszeit und Bequerel an – zusätzlich sind aber auch die Konversionsfaktoren enorm wichtig.
Die Einheit des Becquerel, abgekürzt Bq ist ein Aktivitätsbegriff. Er steht für die mit dem Geigerzähler zählbaren Zerfälle pro Sekunde. Sie sind von zwei Faktoren abhängig: Von der Halbwertszeit und der Menge eines Stoffs. Je kürzer die Halbwertszeit, also der Zerfall des Stoffs auf die Hälfte, und um so mehr von dem Stoff vorliegt, um so mehr Zerfälle werden messbar sein. Nun unterscheiden sich die verschiedenen Strahler aber nicht nur dadurch, dass sie eine unterschiedliche Halbwertszeit haben, sondern auch dadurch, dass die Stoffe eine unterschiedliche Strahlenart aussenden, dass sie eine unterschiedliche Strahlungsenergie aufweisen, vom Körper unterschiedlich aufgenommen, verarbeitet und ausgeschieden werden und den Körper unterschiedlich stark schädigen können.
Zur Abschätzung der biologischen Wirksamkeit werden daher Dosiskonversionsfaktoren herangezogen.
Die Dosisbegriffe im Röntgen
Die wichtigsten Dosen im Röntgen sind die Einfalldosis und das Dosisflächenprodukt.
Bei der Einfalldosis handelt es sich um die Energiedosis, die in der Luft unmittelbar vor dem Strahleneintritt in den Patienten gemessen werden kann. Es handelt sich hierbei quasi um die Energie, die pro Flächeneinheit ankommt. Die Dosisangaben erfolgen in Mikro- oder Milligray.
Das Dosisflächenprodukt (DFP) ist ein Maß für die applizierte Gesamtdosis. Dazu wird die Einfalldosis mit der Fläche, die exponiert wird, multipliziert. Die Einheit ist bspw. Gy x cm2 oder cGy x m2.
Das Konzept der Äquivalentdosen
Die Dosimetrie in der Medizin muss dazu führen, die potenzielle biologische Wirkung der Strahlung abschätzen und in die Risiko-Nutzen-Abwägung einbringen zu können.
Der Begriff des Äquivalents steht dafür, dass bei den Äquivalentdosen auch bei unterschiedlichen Strahlungsarten eine Vergleichbarkeit der biologischen Wirkung gegeben ist. Um dies zu erreichen wird die Energiedosis D (gemessen in Gray, J/kg) mit dem Strahlenwichtungsfaktor multipliziert und die Dosis somit strahlenartunabhängig normiert.
Zwar ist der Strahlenwichtungsfaktor dimensionslos, also frei von einer Einheit, um aber keine Verwechslung mit der Energiedosis in Gray (Gy) aufkommen zu lassen, werden die Äquivalentdosen in Sievert (Sv) angegeben.
Besserer Schutz der Augenlinse
Grenzwert für die Augenlinse bei beruflich strahlenexponiertem Personal 20 mSv/J
Bereits 2013 wurde auf EU-Ebene ein neuer Grenzwert für die Augenlinse festgelegt. In Deutschland gilt der Grenzwert von 20 mSv/J mit Übernahme in das Strahlenschutzgesetz.
§ 78 des Strahlenschutzgesetzes („Gesetz zur Neuordnung des Rechts zum Schutz vor der schädlichen Wirkung ionisierender Strahlung“) legt einen neuen Grenzwert für die Augenlinse beruflich strahlenexponierter Personen fest – vorgegeben durch die EU-Richtlinie 2013/59/Euratom. Betrug der Grenzwert früher 150 mSv, so liegt er nun bei 20 mSv/Jahr. Bedeutsam ist der neue Grenzwert vor allem an interventionellen radiologischen Arbeitsplätzen und ggf. bei durchleuchtungsgestützten Operationen. Ein amtliches Personendosimeter steht für die Überwachung des Grenzwertes nicht zur Verfügung, doch lässt sich die Dosis durch den Einsatz von Detektoren der Fingerringdosimeter, die bspw. an einem Kopfband befestigt werden können, verlässlich abschätzen. So lässt sich etwaiger Handlungsbedarf gut detektieren. Um die Einhaltung des Grenzwertes sicherzustellen, kommt neben dem Einsatz stationärer Bleiglasscheiben auch das Tragen von Strahlenschutzbrillen in Betracht. Zusammen mit allen übrigen Maßnahmen zur Dosisreduktion, dürfte die Einhaltung des Grenzwertes der Augenlinse gut gelingen.
Äquivalentdosis
Unter Äquivalentdosis werden Messgrößen für ionisierende Strahlen verstanden, die strahlenart-normiert sind. Äquivalentdosen gleicher Größe sollen also – unabhängig von der verwendeten Strahlenart – die gleiche biologische Wirksamkeit haben.
Die Äquivalentdosis erhält man durch die Multiplikation der Energiedosis mit dem Strahlungswichtungsfaktor.
Strahlungswichtungsfaktoren nach ICRP 103
– allgemein: wR,103 (EN)
– unterhalb 30 keV und oberhalb 90 MeV: 2,5…5
– für Neutronen von knapp 1 MeV: 20,7
Es gibt zwei Gruppen von Äquivalentdosen: Die Schutzgrößen und die Mess- oder operativen Größen. Zu den Schutzgrößen gehören die Körperdosen (Organdosis und effektive Dosis), zu den Messgrößen gehören die Orts- und Personendosen.